Veranstaltungen

Zivilgesellschaft unter Druck

Zur aktuellen Situation Brasiliens und der Landlosenbewegung MST

Eine Veranstaltung von: POEMA e.V. Stuttgart – Armut und Umwelt in Amazonien und die Anstifter Stuttgart

Mittwoch, 11. April 2018

19.00 Uhr

Welthaus Stuttgart, Charlottenstraße 17, 70173 Stuttgart

Referent Wolfgang Hees (Vorstand der Freunde der Landlosenbewegung „Amigos MST Deutschland“) kommt in Begleitung von Aktivisten der Bewegung „Movimento dos Sem Terra (MST)“ aus Brasilien, die sich im April 2018 in Deutschland aufhalten.

Sie werden einen Blick auf die Politik des brasilianischen Präsidenten Temer und deren Folgen werfen sowie erläutern, wie sich die brasilianische Zivilgesellschaft gegen die neoliberale Politik wehrt.

Der MST ist es in ihrer Geschichte gelungen, für über 500000 Familien den Großgrundbesitzern und dem Staat Land für die Agrarreform durch ihre Methode der Landbesetzung abzutrotzen und zu legalisieren. Die aktuelle Temer-Regierung kriminalisiert die Aktivisten der MST, behindert die – eigentlich geregelte – Legalisierung von besetztem Land und kürzt Gelder für soziale Einrichtungen.

Der internationale Tag des kleinbäuerlichen Widerstandes am 17. April steht in diesem Jahr wieder im Zeichen der Rechte von Kleinbauern und Kleinbäuerinnen. Obwohl sie 70 Prozent der weltweiten Nahrungsmittel produzieren, haben sie oft selbst nicht genug zu essen: 50 Prozent der weltweit 800 Millionen Hungernden sind Kleinbäuerinnen und Kleinbauern. Ihre Lebensgrundlagen und Rechte werden zunehmend durch Agrarkonzerne und Regierungen bedroht und verletzt. Eine Erklärung der Vereinten Nationen soll nun ihre Rechte stärken, denn der aktuelle internationale Rechtsrahmen reicht nicht aus, um Kleinbauern vor diesen Bedrohungen ihrer Lebensgrundlage zu schützen. In einem breiten Bündnis appellieren Menschenrechts- und Eine Welt Organsiationen an die Bundesregierung, die Erarbeitung dieser UN-Deklaration konstruktiv zu unterstützen.

Der Tag des internationalen kleinbäuerlichen Widerstandes geht auf ein Massaker am 17. April 1996 in El Dorado de Carajás zurück, bei dem 19 Landlose dieser großen sozialen Bewegung gefoltert und erschossen wurden.

(Dieser Text basiert auf Informationen der Veranstalter)